Seilspringen-EM 2026 – Europas beste Rope-Skipping-Athleten trafen sich in Norwegen

24.08.2026
Seilspringen-EM 2026 in Norwegen – Rope Skipping im Wettkampf
Seilspringen-EM 2026 in Norwegen – Rope Skipping im Wettkampf

Seilspringen-EM 2026 – Europas beste Rope-Skipping-Athleten trafen sich in Norwegen

Seilspringen ist viel mehr als Fitnesstraining, eine Aktivität auf dem Schulhof oder spektakuläre Tricks in sozialen Medien. Rope Skipping ist eine internationale Wettkampfsportart, bei der Athletinnen und Athleten in Geschwindigkeit, Ausdauer, technischer Schwierigkeit und Freestyle gegeneinander antreten.

Im August 2026 kamen einige der besten Rope-Skipping-Athleten Europas nach Norwegen. Die European Rope Skipping Championships 2026 fanden im Oslofjord Convention Center in Melsomvik statt.

Die Veranstaltung wurde vom 10. bis 18. August ausgetragen und umfasste neben den Europameisterschaften unter anderem die Junior European Championships, das European Open Tournament und den Double Dutch Contest Europe.

Rope Skipping ist ein schneller und technisch anspruchsvoller Wettkampfsport

Viele Menschen verbinden Seilspringen noch immer hauptsächlich mit Fitnesstraining, Schule oder Freizeit. Internationales Rope Skipping umfasst jedoch zahlreiche unterschiedliche Wettkampfdisziplinen.

Zu den Einzelwettbewerben bei der Europameisterschaft gehörten unter anderem:

  • Single Rope Speed Sprint – eine kurze Disziplin, bei der maximale Geschwindigkeit entscheidend ist

  • Single Rope Speed Endurance – eine längere Disziplin, die Geschwindigkeit und Ausdauer kombiniert

  • Single Rope Triple Unders – das Springseil passiert während eines einzigen Sprungs dreimal die Füße

  • Single Rope Individual Freestyle – eine technisch anspruchsvolle Freestyle-Kür zu Musik

Darüber hinaus traten Teams unter anderem im Single Rope Speed Relay, Double Unders Relay, Paar- und Team-Freestyle, Wheel sowie in verschiedenen Double-Dutch-Disziplinen gegeneinander an.

Die Wettkämpfe wurden nach den Regeln der International Jump Rope Union (IJRU) sowie den europäischen Regelanpassungen der ERSO für 2026 durchgeführt.

Wie schnell können Rope-Skipping-Athleten auf Spitzenniveau springen?

Die Speed-Disziplinen zeigen eindrucksvoll, welches Leistungsniveau beim Seilspringen möglich ist.

Im Speed-Sprint-Finale der Männer gewann der Deutsche Julian Kilgus mit einem Ergebnis von 108. João Vieira aus Portugal wurde mit 102 Zweiter, während der Däne Marcus Lu-Nielsen mit 99 den dritten Platz belegte.

Das Finale der Frauen gewann die Deutsche Lillith Müller mit 101. Die Portugiesin Filipa Leite belegte mit 99,5 den zweiten Platz. Der dritte Platz wurde mit einem Ergebnis von 98 geteilt.

Die Ergebnisse in den Speed-Disziplinen werden nach dem offiziellen Zählsystem für das Springen mit abwechselnden Füßen erfasst. Auf Spitzenniveau bewegt sich das Seil so schnell, dass einzelne Seilumdrehungen mit bloßem Auge kaum noch zu verfolgen sind.

Mehr als 300 Triple Unders

Eine der beeindruckendsten Leistungen der Europameisterschaft gab es im Wettbewerb Triple Unders zu sehen.

Der Belgier Elias Lammens gewann den Europameistertitel der Männer mit unglaublichen 324 Triple Unders. Sein Landsmann Matthé Herwege erreichte 315.

Bei den Frauen schaffte die Ungarin Lotti Nagy beeindruckende 287 Triple Unders und sicherte sich damit den Europameistertitel mit deutlichem Vorsprung.

Bei einem Triple Under muss das Springseil während eines einzigen Sprungs dreimal unter den Füßen hindurchgeführt werden.

Hunderte Triple Unders hintereinander zu absolvieren, erfordert weit mehr als nur ein schnelles Springseil. Entscheidend sind ein außergewöhnliches Rhythmusgefühl, Explosivität, Ausdauer und eine äußerst stabile Technik.

Drei Minuten Speed sind eine echte Ausdauerleistung

Während beim kurzen Speed Sprint vor allem maximale Geschwindigkeit gefragt ist, stellt Single Rope Speed Endurance die Athleten vor eine völlig andere körperliche Herausforderung.

Julian Kilgus holte im Finale der Männer einen weiteren Europameistertitel mit einem Ergebnis von 530. João Vieira aus Portugal wurde mit 506 Zweiter und der Belgier Jelle Van Heesbeke mit 500 Dritter.

Bei den Frauen gewann die Ungarin Kitti Andorfi-Kovács mit 508 vor Hannah Göttfert aus Österreich und Lotti Nagy aus Ungarn.

Drei Minuten kontinuierliches Speed-Springen auf diesem Niveau zeigen eindrucksvoll, wie körperlich anspruchsvoll Rope Skipping als Wettkampfsport sein kann.

Freestyle zeigt eine völlig andere Seite des Seilspringens

Speed ist nur ein Teil des wettkampforientierten Rope Skippings.

Beim Freestyle werden technische Schwierigkeit, Tricks und Kombinationen, Ausführung und die gesamte Präsentation miteinander verbunden.

Das Finale im Single Rope Individual Freestyle der Frauen gewann 2026 die Ungarin Virág Őze. Bei den Männern wurde der Belgier Jelle Van Heesbeke Europameister.

Freestyle ist vielleicht auch eine der besten Möglichkeiten zu verstehen, wie stark sich modernes Rope Skipping vom traditionellen Bild des Seilspringens unterscheidet.

Auf Spitzenniveau umfassen die Routinen beispielsweise verschiedene Crossover-Variationen, Releases, Multiple Unders, akrobatische Elemente und technisch äußerst anspruchsvolle Kombinationen. Einzelne Tricks müssen dabei zu einer kontrollierten und flüssigen Gesamtperformance verbunden werden.

Double Dutch, Wheel und Teamwettbewerbe erfordern Zusammenarbeit

Rope Skipping ist keineswegs nur eine Einzelsportart.

Bei der Europameisterschaft wurden zahlreiche Team- und Double-Dutch-Wettbewerbe ausgetragen.

Beim Double Dutch drehen sich zwei lange Seile gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen, während ein oder mehrere Athleten dazwischen Speed- oder Freestyle-Elemente ausführen.

Beim Wheel verwenden zwei Athleten jeweils ein eigenes Springseil in einem miteinander verbundenen Bewegungsmuster. Dabei läuft jedes Seil auch um den jeweils anderen Athleten. Das Ergebnis ist eine kontinuierliche Bewegung, die exaktes Timing und sehr gute Zusammenarbeit verlangt.

Diese Disziplinen zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig ein so einfaches Sportgerät wie ein Springseil sein kann.

Die Europameisterschaft 2026 war auch für die ERSO ein neuer Schritt

Die Europameisterschaft in Norwegen war auch aus organisatorischer Sicht von besonderer Bedeutung.

Die European Rope Skipping Organisation organisierte die Europameisterschaft erstmals eigenständig ohne einen offiziellen nationalen Gastgeberverband.

Gleichzeitig wollte die ERSO die Veranstaltung in Richtung eines noch professionelleren Meisterschaftsformats entwickeln. Dazu gehörten unter anderem ein professioneller Veranstaltungsort, Livestream- und Broadcast-Produktion sowie ein einheitlicher Auftritt der Veranstaltung.

Die ERSO vertritt die International Jump Rope Union (IJRU) in Europa und arbeitet an der Weiterentwicklung von Rope Skipping als Wettkampfsport auf dem gesamten Kontinent.

Wie sieht es mit wettkampforientiertem Rope Skipping in Finnland aus?

International hat sich Rope Skipping längst zu einer anspruchsvollen Wettkampfsportart entwickelt. In Finnland ist wettkampforientiertes Seilspringen dagegen noch relativ unbekannt.

Gerade das macht die zukünftige Entwicklung der Sportart besonders interessant.

Für den Einstieg ins Seilspringen braucht man weder eine große Trainingshalle noch eine teure Ausrüstung. Die Grundlagen lassen sich fast überall erlernen. Gleichzeitig kann man sich mit demselben einfachen Sportgerät von den ersten Grundsprüngen bis hin zu Speed und Freestyle auf internationalem Wettkampfniveau entwickeln.

Die Europameisterschaft in Norwegen zeigte erneut, wie groß der Unterschied zwischen den ersten Grundsprüngen und den Leistungen der besten Rope-Skipping-Athleten Europas sein kann.

Und genau das ist eine der faszinierendsten Eigenschaften des Seilspringens:

Es gibt immer etwas Neues zu lernen.

Quellen: European Rope Skipping Organisation (ERSO), offizielle Wettkampfinformationen und Ergebnisse der European Rope Skipping Championships 2026 sowie die Wettkampfregeln der International Jump Rope Union (IJRU).

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